BERLIN (IT BERRYWISE) – An Ideen mangelt es den Konzernen und Startups in Deutschland nicht, wie künstliche Intelligenz in den nächsten Jahrzehnten eingesetzt und für den Menschen unabdingbar gemacht werden kann. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz schlägt jedoch Alarm. „In Deutschland fehlen unmittelbar 5.000 Leute mit Expertise zum Thema Künstliche Intelligenz“, sagte Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (kurz DFKI), dem Handelsblatt.


Viele deutsche Konzerne wollen in Zukunft künstliche Intelligenz einsetzen und sind die letzten Jahre bereits dabei die Prozesse intern anzupassen. Von der Autobranche bis hin zur Versicherungsindustrie kann künstliche Intelligenz neue Horizonte schaffen. Versicherungen analysieren große Datenmengen, um Risiken zu kalkulieren. Handelsunternehmen messen dem Thema strategische Bedeutung bei und die Autoindustrie investiert massiv, um das autonome Fahren zu entwickeln. Talente sollen zukünftig die Prozesse gestalten.

“Data Analyst”, “Softwareentwickler Machine Learning” oder “Big Data Expert”
Den Bedarf genau beziffern wollen die Unternehmen nicht – wohl auch, weil sich KI nicht so einfach abgrenzen lässt. Hinter Jobtiteln wie “Data Analyst”, “Softwareentwickler Machine Learning” oder “Big Data Expert” verstecken sich die Stellengesuche der großen Konzerne. Allein in der Automobilindustrie bestehe ein Bedarf von 3.000 Experten, sagte der Professor für Informatik.

Ein weiterer Grund für den Mangel an Expertise seien die fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten gerade im deutschen Raum. Viele Studiengänge nehmen erst jetzt das Fach “KI” auf. Das DFKI und der Thinktank Acatech haben daher einen Onlinekurs zur Weiterbildung im maschinellen Lernen entwickelt, der am heutigen Montag auf der Cebit vorgestellt wird. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz macht sich nun stark um die Bildungsmöglichkeiten in Deutschland stark zu erhöhen.

Aktuelles Wissen über Studiengänge in Sachen “Künstliche Intelligenz” zu vermitteln ist schwierig, da die Erkenntnisse sich schnell entwickeln und von Bereich zu Bereich sehr unterschiedlich sind. Firmen wie Bosch, Daimler, BMW und Facebook haben gemeinsam mit Universitäten und Forschungseinrichtungen das „Cyber Valley“ gegründet. Das „Cyber Valley“ soll helfen, aktuelle Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in konkrete industrielle Anwendungen zu überführen – und gleichzeitig erstklassigen Nachwuchs anlocken.

Das „Cyber Valley“ in Tübingen als internationaler Anlaufpunkt für Talente
Das „Cyber Valley“ soll ein internationaler Anlaufpunkt sein, an dem technologische Grundlagen geschaffen werden, Dialoge für zukünftige Entwicklungen stattfinden und neue Wege für unsere digitale Zukunft gelegt werden – so stellt sich Max-Planck-Präsident Martin Stratmann das „Cyber Valley“ vor. Im ersten Schritt werden insgesamt 14 Forschungsgruppen eingerichtet, die durch das Land (Deutschland), die Kernpartnern (Konzerne) sowie durch ein Konsortium baden-württembergischer Stiftungen finanziert werden. Startschuss des „Cyber Valley“ war im Dezember 2016. 50 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren investiert werden.(cr/be)


Beim Startschuss im Neuen Schloss Stuttgart: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (M.), Ministerin Theresia Bauer (l.), Max-Planck-Präsident Martin Stratmann (r.).  © Staatsministerium Baden-Württemberg
Beim Startschuss im Neuen Schloss Stuttgart: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (M.), Ministerin Theresia Bauer (l.), Max-Planck-Präsident Martin Stratmann (r.). © Staatsministerium Baden-Württemberg
    Quellenangaben, Einzelnachweise und Weblinks
  1. http://www.handelsblatt.com – Experten für künstliche Intelligenz gesucht
  2. http://www.indeed.com – Aktuelle Jobs zum Thema “Künstliche Intelligenz”
  3. http://www.cyber-valley.de – Die größten Forschungskooperationen Europas

Larissa Bernhardt, 20.03.2017, New York


Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-berrywise.de


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